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2017 – 99 Jahre subreport Verlag Schawe GmbH

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Das neue Jahr ist für uns bei subreport in gewisser Weise ein besonderes Jahr, denn es ist das letzte Jahr, in dem wir „zweistellig“ sind. In 2017 werden wir 99 Jahre alt, auch, wenn bis zu unserem offiziellen „Geburtstag“ noch einige Monate vergehen. Deshalb starten wir unseren Blog in diesem Jahr mit einem Blick in unsere nun fast 100-jährige Geschichte – vom Zeitungsverlag zum modernen Informationsdienstleister.

Start in schwierigen Zeiten

Am 22. November 1918, nur elf Tage nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Deutschen Reich, meldet Ewald Schawe in Köln ein Gewerbe an: einen Zeitungsverlag. Schon knapp einen Monat später, am 15. Dezember des gleichen Jahres, erscheint die erste Ausgabe der Ersten Westdeutschen Bauzeitung, dem amtlichen Organ der Rheinisch-Westfälischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft Elberfeld. Die Entscheidung, in den unsicheren Zeiten unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg ein Unternehmen zu gründen, war durchaus riskant. Reparationen, Hyperinflation und Bankenkrise sind nur einige Faktoren, die die deutsche Wirtschaft nach dem Krieg bis weit in die 1920er Jahre hinein prägten. Doch der Plan geht auf: Mit der Rheinisch-Westfälischen Baugewerkszeitung und dem Baurat kommen schon bald weitere regelmäßige Publikationen hinzu, in den 1930er Jahren wurde das Portfolio schließlich um den Kölner Heiratskalender erweitert.

Frau und Töchter übernehmen das Ruder

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg laufen die Geschäfte im Verlag Schawe weiter: In den 1940er Jahren werden der Westdeutsche Bautennachweis und die Kölner Kostbarkeiten verlegt, ab den 1950ern erscheinen der Tägliche Submission-Compaß und der Deutsche Großbautennachweis. Anfang 1960 stirbt Ewald Schawe, seine Frau Franziska Schawe und seine Töchter Ilse Schenck und Charlotte Kickton übernehmen die Geschäfte. Damit lag die Unternehmensführung vollständig in weiblicher Hand – und das in einer Zeit, in der Frauen in derartigen Positionen absolute Ausnahmeerscheinungen waren. Nach rund 50 Jahren laufen die Geschäfte des Verlags gut, in den 1970er Jahren erlebt der Tägliche Submissions-Compaß einen Boom.

Auf zu neuen Ufern

Bis in die 1980er Jahre ist der Verlag Schawe mit Sitz in Köln-Mülheim in Familienbesitz und -führung, nun unter der Leitung der beiden Töchter Schawes. Sie übergeben den Staffelstab 1986 wiederum in weibliche Hände – an Edda Peters. Durch ihr Interesse und ihre Begeisterung für neue Technologien und Trends bringt sie neue Impulse in das Traditionsunternehmen ein. Der Grundstein für den Wandel des klassischen Printverlags zu einem modernen Informationsdienstleister wird gelegt. Nach dem Umzug des Unternehmens von Köln-Mülheim nach Köln-Kalk erscheint am 2. Oktober 1988 die erste subreport-Ausgabe. Kurz darauf wird die subreport Verlag Schawe GmbH gegründet.

subreport wird führender Ausschreibungsdienst

Edda Peters hat ein gutes Gespür für die Potentiale, die in den Geschäftsfeldern Informationsvermittlung und Dienstleistung für den Bereich Ausschreibung und Vergabe liegen. Mit subreport select, dem Vorläufer von subreport online, bringt sie ab 1995 erstmals einen täglich erscheinenden, maßgeschneiderten Informationsdienst heraus, der eine zielgerichtete Recherche nach potentiellen Aufträgen durch ein individuelles Stichwortprofil erlaubt. Durch den Einsatz einer neuartigen Scanner-Technologie seit 1995 wird die Erfassung und Redaktion der Ausschreibungen wesentlich erleichtert: Seit 1999 erreicht das Unternehmen bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand eine Deckungsquote von 98 Prozent. Im Durchschnitt werden täglich rund 600 aktuelle und geprüfte Ausschreibungen veröffentlicht.

subreport wird digital

Bereits früh erkennt Edda Peters die Möglichkeiten, die in der fortschreitenden Kommerzialisierung des World Wide Webs seit Beginn der 1990er Jahre liegen und bringt subreport 1996 zunächst über die Handelsblatt-Tochter Genios ins Internet, bevor 1997 der erste eigene Webauftritt an den Start geht. Seit 1999 arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, die die vollständig elektronische Durchführung von Vergabeverfahren von der Bekanntmachung über die Auftragsabgabe bis zur Zuschlagserteilung ermöglichen soll – die sogenannte eVergabe. 2001 ist es soweit: Mit dem Elektronischen Vergabeinformations-System subreport ELViS wird erstmal in Deutschland eine Ausschreibung der Stadt Mainz vollständig elektronisch durchgeführt – und das europaweit. Damit ist subreport Vorreiter in Sachen eVergabe – lange, bevor sich die Verpflichtung zur elektronischen Vergabe von Aufträgen in der Vergaberechtsreform 2016 abzeichnete.

Vom Ausschreibungsdienst zum Verlag für digitale Informationsdienste und Prozessentwicklung

Neue Ideen bringt auch eine neue Generation in die Unternehmensführung ein: Seit 2008 ist Edda Peters Tochter Christiane Schäffer weitere Geschäftsführerin der subreport Verlag Schawe GmbH. Was mit der Entwicklung von ELViS seinen Anfang genommen hat, setzt sich in den folgenden Jahren fort. Die Themen Prozessentwicklung und digitale Vernetzung rücken bei subreport weiter in den Fokus. Mit subreport CAMPUS entsteht 2013 ein innovatives digitales Kompetenzzentrum für Dialog, Vernetzung und Wissensaustausch zwischen Auftraggebern und Unternehmen. Auch die Weiterentwicklung von subreport ELViS ist weiter ein zentrales Thema. Zur Zeit wird beispielsweise die individuelle Erweiterung der eVergabe-Lösung mit verschiedenen Modulen umgesetzt.

Denn auch nach fast 100 Jahren haben wir bei subreport zahlreiche Ideen, wie man die Arbeit von Vergabestellen und Unternehmen noch einfacher machen kann. Tradition verpflichtet eben…

Anlässlich des Beitrags über die Geschichte unseres Unternehmens möchten wir an dieser Stelle an Ilse Schenck erinnern, die Tocher Ewald Schawes, die am 15. Dezember 2016 verstorben ist. Ilse Schenck hat über viele Jahre die Geschicke des Verlags mitgeleitet und einen großen Anteil daran, dass wir heute auf eine fast 100-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken können. Unsere Anteilnahme gilt ihrer Familie. Wir werden Frau Schenck immer in guter Erinnerung behalten.

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